Meditation, Religion, Selbstverwirklichung

   


Lösungen für die Gesellschaft

Wie züchtet man "Verbraucher"?

Die Welt steht am Rande des Zusammenbruchs:


  • Der jüngste Winter mit Schwankungen von - 15 bis + 20 Grad innerhalb weniger Stunden zeigt auch dem Blindesten die gewaltige Einflußnahme des Menschen und der von ihm geschaffenen sogenannten "Zivilisation" auf das Wetter und damit den Planeten, auf dem wir leben. Täglich werden viele Hektar Regenwald unwiderbringlich vernichtet, täglich werden Unmengen an Kohlendioxis erzeugt, und damit der Treibhauseffekt weiter gesteigert.

  • Jedem ist inzwischen klar, dass unser Rentensystem nicht mehr finanzierbar ist - begründet auf der Vorgehensweise skrupelloser Politiker, die nicht nur Unsummen zweckentfremdet ausgegeben haben, sondern darüberhinaus oft mit an Betrug grenzender Unverfrorenheit sich aus der Staatskasse bedienen.

  • Unser "Gesundheitssystem" ist zum Krankheitssystem degeneriert. Krankheiten werden verwaltet, Vorbeugung praktisch nicht betrieben. Die "wissenschaftliche" Anerkennung einer Methode definiert, was der Verbraucher benötigt - nicht sein wahrer persönlicher Bedarf. Krieg ist zur Normalität geworden. Seit dem zweiten Weltkrieg tobten weltweit ständig ca. 50 Kriege.

  • Über das Ausmaß von Gewaltakten ist man erstaunt: der Anschlag auf das WTC hat die Gemüter erregt - für wenige Wochen. Niemand fragt nach den wirklichen Gründen solcher Taten - oder vergleichbarer, wie die immer wiederkehrenden Geschichten über Massenmörder und Amokläufer zeigen.

  • Skandale gehören zum täglichen Leben: BSE ist bereits nach wenigen Wochen "ein alter Hut" und (fast) vergessen, die Schweinepest wurde nie richtig "hochgekocht", und ein deutscher Ex-Bundeskanzler kann ungeschoren die Aussage zu Millionen-Parteispenden, bei denen es sich möglicherweise zum Großteil um Schwarzgelder handelt, verweigern. Kinder und Jugendliche werden mit Hilfe eines Systems beschult, das seine Unfähigkeit und fehlende Eignung zur Genüge bewiesen hat.

  • Menschen gehören einer Kirche an, die über 2000 Jahre hinweg Gewalt und Unterdrückung unter dem Deckmantel der Nächstenliebe praktizierte - und weiterhin praktiziert. Jüngstes Beispiel ist der Pater Willigis Jäger, dem die Lehrbefugnis entzogen wird.

  • Menschen spenden Milliardenbeträge für notleidende Menschen der Dritten Welt. Gleichzeitig kaufen sie in Supermärkten ein, die gerade von der Ausbeutung dieser Länder, deren Rohstoffe und Menschen, profitieren.

Diese Liste ließe sich nahezu endlos fortsetzen. Scheinbar handelt es sich bei den aufgezählten Punkten um eine solche Komplexität, eine solch unüberschaubare Problematik, dass es sinnlos erscheint, etwas zum Positiven wenden zu wollen. Der Kampf Davids gegen Goliath scheint nicht zu gewinnen zu sein.

Doch obwohl wir uns nicht im Jahre 50 vor Christus befinden, findet sich auf diesem Planeten eine kleine, aber schlagkräftige Schar von Menschen, die ihren Mut und Optimismus noch nicht verloren haben. Diese arbeiten - jeder auf seine Weise - an der Verbreitung von Informationen, Methoden und positiven Aktionen, die die Schar immer größer werden lässt, und somit aus der "No-Future-Generation" der letzten Jahrzehnte Hoffnung keimen lässt - Hoffnung für unseren Planeten, für unsere Mitgeschöpfe und vor allem auch für die menschliche Gesellschaft.

Die scheinbare Vielfalt der Problematik ist zudem - so erfährt der Leser des äußerst empfehlenswerten Buches Zugehörigkeit: Der verpaßte Augenblick - ist er nachholbar? von Willi Maurer - praktisch auf einige wenige Ursachen zurückzuführen: Den Beginn des menschlichen Lebens ausserhalb des Mutterleibs. (Im folgenden sind immer wieder Passagen aus diesem Buch zitiert). Hierbei handelt es sich um keine neue Erkenntnis von Willi Maurer, vielmehr konnte man schon in dem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff nachlesen, welche Bedeutung dieser wichtige Moment im menschlichen Leben auf das Lebensglück hat. Trotzdem geht das Werk von Willi Maurer noch einen gewaltigen Schritt weiter: Es erklärt fast alle Mißstände unserer Gesellschaft als logische Folge dieses verpaßten Augenblicks.

Der wohl wichtigste Augenblick ist der Haut- und Geruchskontakt zwischen Mutter und Kind gleich anschließend an die Geburt. Er löst bei Mutter und Kind die Instinkte und Verhaltensweisen aus, die Zugehörigkeit signalisieren und somit ein natürliches, gesundes Aufwachsen garantieren. Dieser Augenblick wird auch als "Bonding" bezeichnet. Die Beziehung zur Mutter ist die erste Liebesbeziehung im Leben jedes Menschen, und wirkt prägend für alle weiteren Beziehungen. Auch wenn in den letzten Jahren viele Mütter die Bewußtheit erlangten, um diesen wichtigen Moment in ihrem Leben und dem Leben ihres Kindes nicht in die Hand selbsternannter Experten zu geben, so wird doch das früher Geschehene durch unbewußte, interpersonale Mechanismen auf spätere Generationen übertragen.

Auch die Erwartung der Eltern an den Säugling spielen eine wichtige Rolle: Stark vereinfacht wird der männliche Säugling mit Freude und vielen Erwartungen empfangen und stolz präsentiert. Trotzdem verbringt er lange Zeit von seiner Mutter getrennt, einsam im Bettchen, im Wechsel mit Zeiten des übermäßigen Gepflegtwerdens durch die Mutter, die ihn "zum Fressen" gern hat - aber nur, wenn er sich ihren Wünschen entsprechend verhält. Intuitiv fühlt er, dass er nicht aufgrund seiner Persönlichkeit geliebt wird, sondern des Bildes wegen, dem er zu entsprechen hat. Da beginnt er eine Enge zu spüren, der er entfliehen möchte, sobald er dazu fähig ist.

Zahlreiche Studien bestätigen, dass das weibliche Kleinkind oft mit weniger Freude empfangen und längere Zeit einsam in seinem Bettchen gelassen wird als das männliche. Seine Einsamkeit wird nur unterbrochen, wenn es gefüttert und gepflegt wird. Kaum ist dies beendigt, wird es wiederum weggelegt. Es spürt, dass es der Mutter Arbeit verursacht: Das gibt ihm das Gefühl, wenig wert zu sein. Um keine Last zu sein, verzichtet das Mädchen schon früh, seine Bedürfnisse zu äußern: Es wird pflegeleicht, früh sauber, ruhig, und "brav". Auf diese Weise verschafft sich das Mädchen den begehrten, jedoch vermißten Blick der Anerkennung.

Die Folge dieser Strukturen: Jungen und Mädchen verstecken sich hinter Masken, die ihnen in der Kindheit ein Minimum an Zugehörigkeit garantiert hat. Diese "Masken" schaffen die Attraktivität für das andere Geschlecht. So sind beide unweigerlich enttäuscht, wenn sich der andere wirklich zeigt, wie er ist. Beide kämpfen dann um ihre Würde und ihre (frühkindlichen) Bedürfnisse, der Mann möchte Freiheit, die Frau Nähe. Folge: Er zieht sich aus der Enge der Beziehung zurück, während sie beginnt, sich anzuklammern.

Freud postulierte, dass die Frau im Partner den Vater sucht, während der Mann in seiner Partnerin die Mutter sucht. Es gibt jedoch deutliche Hinweise, dass beide im Partner die Mutter suchen.

Als Folgen der unnatürlichen Geburt und der Zeit danach finden wir alle oben erwähnten Mißstände unserer Gesellschaft: Statt der Erst-Wahl, der angemessenen und dauerhaften Zuwendung durch die Mutter, muss sich der Mensch mit der Zweit-Wahl zufriedengeben, gibt sich gezwungenermaßen mit Ersatz zufrieden:

  • Flasche und Schnuller anstelle der Mutterbrust. Später Kaugummi, Zigaretten, Alkohol. Kuscheltiere, Teddy, Puppe anstelle des Getragen-Werdens. Später oberflächliche Beziehungen, Regenbogenpresse, Liebesromane, Tele-Novellen.

  • Nahrung, Süssigkeiten anstelle von Zärtlichkeit. Später extravagante, exotische Konsumgewohnheiten, Gelüste "wegessen" ohne wirkliches Hungergefühl, Sex-Sucht, Drogen.

  • Spielzeug anstelle von Aufmerksamkeit und Anwesenheit der Eltern. Später exzessives Konsumverhalten (neuestes, bestes, extravagantestes, billigstes).

  • ...

Wurde das Mitteilen der Bedürfnisse durch den Säugling sogar bestraft (körperliche Züchtigung, Liebesentzug, ...), so wird das Kleinkind ruhig und "brav", es meldet seine Bedürfnisse nicht mehr an. Dieses "nicht-mehr-anmelden-von-Bedürfnissen" hat schreckliche Folgen: Ein Teufelskreis bahnt sich an, denn der Körper wird sich über ein Symptom in Form von Beschwerden, Krankheit oder Unfall melden. Dann erst macht das unglückliche Kleinkind und später auch der Erwachsene die Erfahrung, dass sich jemand um es kümmert, dass er der Aufmerksamkeit für wert befunden wird. Erst dann bemerkt er (wenn ihm nicht ein Arzt sagt, dass es sich um eine "funktionale Störung" handelt, und er diesen Unsinn auch noch glaubt), dass er sich seiner Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr bewusst ist

So kommt es - auch durch die Wut und den Hass, nicht das bekommen zu haben, was das Lebensrecht des Säuglings ist - später zu plötzlichen Gewalt-Explosionen, denen die Gesellschaft scheinbar überrascht gegenübersteht.

Doch eine Zahl des Meinungsforschungsinstituts Gallup demonstriert, dass die Gewalt gar nicht so plötzlich auftaucht: In Deutschland sind 84 % der Arbeitnehmer unengagiert oder aktiv unengagiert (15 %) am Arbeitsplatz. Mit anderen Worten: 84 % der Arbeitnehmer trauen sich nicht, sich selbst ihre wahren Bedürfnisse einzugestehen, den Wunsch nach einer Tätigkeit, die ihnen Sinn, Erfüllung und Würde gibt.

Ist diese gegenwärtige Situation geplant, oder handelt es sich um eine "unglückliche Entwicklung", wie es scheinen mag?

Scheinbar ist die Situation auf die "Verwissenschaftlichung" der menschlichen Gesellschaft zurückzuführen: Nachdem die Wissenschaftler diesen Planeten und alles, was darauf wächst, was sich darauf bewegt, und sogar die sogenannte "unbeseelte Materie" untersucht hat, wendete sie sich dem Menschen zu, und versuchte, bessere Lösungen für natürliche Vorgänge - und damit auch die Geburt - zu finden: welche ungeheure Anmaßung! Mittlerweile gibt es sogar Vertreter der klinisch sauberen Geburt mit Hilfe des Kaiserschnitts - unbeeindruckt von der Tatsache, dass niemand die seelisch-geistigen Auswirkungen dieser künstlichen Geburt auf den Säugling und die Mutter kennt. So kann man beobachten, dass Mütter nach einer solchen Geburt ihr eigenes Kind mit wissenschaftlichem Interesse begutachten, aber nicht mit liebevoller Umarmung auf dieser Welt begrüßen.

Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille: Wer in der Geschichte zurückgeht, findet nicht nur die Hexenverbrennung, die den "weisen Frauen" der Garaus machte, sondern darüber hinaus wurde den Müttern der Erstkontakt verwehrt mit der Bezeichnung "Hexenmilch" für die erste Muttermilch für den Neugeborenen - als auslösende Instanz beider Aktionen ist laut den Geschichtsbüchern die christliche Kirche zu nennen.

Anders, klarer ausgedrückt: Der Mensch, der seine grundlegenden Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt, ist für den Rest seines Lebens auf der Suche nach der Erfüllung dieser Bedürfnisse. Da sich dieser Zeitpunkt jedoch niemals vollständig nachholen läßt (zur Sicherheit wurde in unserer Gesellschaft noch eine sehr negative Propaganda gegen jegliche Form von psychologischer Therapie verankert), versucht er, durch Ersatzbefriedigungen einen Teil der Primärbedürfnisse nachzuholen. Und dabei ist sein Drang, diese Bedürfnisse zu befriedigen, so unstillbar, dass jeglicher Einwand des Gehirns bzgl. der Sinnhaftigkeit, ökologischen Vernunft, vorausschauenden Planung usw. mühelos hinweggewischt wird.

Zurück bleibt ein menschliches Wesen, das diesen Namen nicht mehr unbedingt verdient. Wer das Strahlen in den Augen vieler Menschen in sogenannten Dritte-Welt-Ländern mit dem stumpfen, gelangweilten Blick des zivilisierten Menschen vergleicht, bemerkt zwangsläufig, dass dem sogenannten zivilisierten Menschen etwas wesentliches fehlt: Lebensenergie, Freude und Liebe. So könnte man - den Gedankengang bis ins Extrem weiterverfolgend - sagen, dass die Entwicklung der Zivilisation und darin vor allem der Bereich des Konsums vor allem auf den Drang des Menschen zurückverfolgt werden können, die Fehler, die bei seiner Geburt gemacht wurden, auszugleichen. Doch dieser Drang wird - da auf die falsche Weise ausgelebt - sicher unerfüllt bleiben.

Und die wenigen Wege zu einem erfüllten Dasein wurden gezielt erschwert: Derjenige, der sich dieses Zustandes bewusst wird, und Hilfe in einer guten Therapie sucht, muss zuerst die geistige Hürde überwinden, dass in unserer Gesellschaft "Therapie" mit "bedauernswert" und "bemitleidenswert" wenn nicht sogar mit "verrückt" gleichgesetzt wird. Und der spirituelle Sucher, der die verschütteten göttlichen Eigenschaften seiner Seele befreien möchte, wird mit einer pseudo-offiziellen Institution namens "Sektenbeauftragter" konfrontiert, der ihm erklärt, dass die Gemeinschaft, deren Lehren er gerade studiert, ihn nur ausbeuten und unterdrücken möchten - zur Not kann mit der Veröffentlichung der Tatsache, dass er einer "Sekte" angehört, sein Leben in wirtschaftlicher Hinsicht auch leicht ruiniert werden.

Doch das Bewusstsein der Menschen steigt derzeit unaufhörlich an, und auch wenn derzeit die gesellschaftlichen Auswüchse noch weiter zunehmen (Leihmutterschaften, Klonen, Gentechnik, ...), so arbeitet auch die andere Seite an der Verbreitung ihres Wissens, und stößt damit auf eine innere Resonanz bei den Menschen, die das bisherige Existieren als unbefriedigend empfinden. So finden traumatisierte Menschen die richtigen Therapeuten, Unbefriedigte finden den ihnen gemäßen spirituellen Pfad, Lehrer oder die passenden Übungen und Lehren, die beruflich Frustrierten finden Methoden, ihre eigenen Visionen und Träume wieder zu entdecken, und diese in die Tat umzusetzen.

Wer trotzdem hin und wieder verzweifeln mag ob dem offensichtlichen Brett vor dem Kopf, das manche Menschen sehenden Auges in ihre persönliche Katastrophe rennen lässt, der mag sich an einer Erkenntnis des Business Reframing Institut Inc. wieder aufrichten: Wenn 7 % der Menschen etwas mit aller Kraft wollen, dann wird dies Wirklichkeit. So geschehen beim deutschen Mauerfall, der französischen Revolution, oder der Abschaffung der Sklaverei in den USA.



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