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Meditation Allgemein
Selbst-Verwirklichung ist in aller Munde. Die einen suchen diese und
damit das, was sie für ihr Glück halten, in einem
gutbezahlten Beruf, einer steilen Karriere, die anderen machen diesen
Begriff an einer glücklichen Familie mit zufriedenen, gesunden Kindern
fest. Für die dritten bedeutet Gesundheit, viel Freizeit oder der
mögliche Konsum
derjenigen Dinge, die sie zum Leben zu brauchen glauben, sich selbst
verwirklicht zu haben.
Was ist jedoch dieses Selbst, das tatsächlich verwirklicht werden soll?
Der indische Weise Ramana Maharishi hat diesem Thema der Suche nach dem
Selbst ein ganzes Buch gewidmet mit dem Titel "Hunting the ´I´"
(wörtlich übersetzt: "Jage das ´Ich´") . Maharishi drückt - genauso
wie alle Heiligen und Weisen der verschiedensten Religionen - von Jesus,
Buddha, Mohammed, Zarathustra, Franz von Assisi bis hin zu Heiligen der
neuesten Vergangenheit und Gegenwart wie Paramhansa Yogananda, Sri Sathya
Sai Baba, Mutter Meera, Amma, und viele andere - deutlich aus, dass es
um die Verwirklichung der göttlichen Natur im Menschen geht. Das, was
umgangssprachlich als die Seele bezeichnet ist, ist das, was alle göttlichen
Eigenschaften besitzt. Zu diesen göttlichen Eigenschaften zählen
nach der indischen Lehre, die in den Upanishaden und Veden, den heiligen Schriften Indiens
niedergelegt ist:
- Liebe
- Freude
- Frieden
- Ruhe
- Weisheit
- Kraft
- Licht
- Klang
Wer sich dieser
Eigenschaften ständig bewusst ist, hat einen glückseligen Zustand erreicht,
der nie von ihm weicht, und als Erleuchtung, Nirwana oder Christus-Bewusstsein
bezeichnet wird.
Von der kindlichen Vorstellung des liebenden, in der Bibel (vor allem im
alten Testament) oftmals auch zornigen Gottes, der als alter, weiser Mann
im Himmel thront, hat sich der Verstand der meisten Menschen schon lange
gelöst. Trotzdem ist oftmals zu merken, wie diese Vorstellung eines
vermenschlichten Gottes unbewusst
weiterwirkt - vielleicht aus Mangel an alternativen Vorstellungen.
Der indische Meister Paramhansa Yogananda bezeichnete Gott als
unpersönlich, der in jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze und jedem
Mineral persönlich wird. Er liefert uns damit eine klare Beschreibung
der Alternative, die die
entstandene Lücke des verschwundenen kindlichen Gottesbildes hinterlassen
hat: Gott ist also nicht mehr ein "Super-Mensch" mit wundersamen
Kräften, aber ebenso allen menschlichen Schwächen, wie es in der Bibel, dem
Koran und anderen antiken Schriften teilweise zum Ausdruck kommt, sondern
Gott ist ein Sammelbegriff für die Energien, die die Natur unserer eigenen
Seele sind.
Dies ist der Gottesbegriff, der in
unserem aufgeklärten Zeitalter angemessen ist, und vermeidet auch die
Schwierigkeiten, die viele Menschen mit dem Begriff Gott haben, ausgelöst
durch Inquisition, Glaubenskriege, der Konzentration auf Leid, Schuld und Sünde und dem
scheinbaren Fehlen von Liebe, wie
es - so glauben manche Menschen - in dem Leid auf der Erde zum Ausdruck
kommt, das ein persönlicher Gott zuzulassen scheint. In Wirklichkeit zeigt dieses Leid nur
auf,
wie weit sich der Mensch von dem getrennt hat, was seine ureigenste Natur ist: die Seele,
die alle diese
göttlichen Eigenschaften besitzt.
Das wirft automatisch die Frage auf,
warum es der Mensch trotzdem "schafft", sich dieses glückseligen
Zustandes, der seine ursprüngliche, eigene Natur ist, nicht
ständig bewusst zu sein?
Das Problem besteht in der Identifikation der Seele mit dem
Körper, was wir als Ego bezeichnen. Das Ego lebt in der Begrenzung durch
Glaubenssätze und Gewohnheiten. Die Selbst-Verwirklichung besteht darin,
die göttliche Natur der eigenen Seele zu erfahren, und sich nur noch mit
dieser unendlichen Kraft zu identifizieren. Jedes selbstsüchtige Streben
löst sich auf in dem Bewusstsein, alles zu haben, mit allem verbunden zu sein.
Aus diesen Ausführungen wird deutlich, dass das Glück, das jeder Mensch
sucht, nicht durch äusserliche Befriedigungen gefunden werden kann. Die
einzige Möglichkeit, dauerhaftes Glück zu erfahren besteht darin, es in
sich selbst zu finden. Glück ist eine Einstellungen, keine Situation oder
ein Umstand.
Selbst-Verwirklichung in seiner ureigensten Bedeutung war und ist also zu jeder Zeit
möglich, unabhängig von Zeit, Raum und äusseren Umständen. Die Heiligen und Weisen aller
Religionen und Zeitalter
haben darauf hingewiesen, dass neben der Befolgung hoher geistiger Grundsätze, wie sie in
den Geboten vieler
Religionen zum Ausdruck kommen, vor allem eines die Erreichung dieses Zieles fördert: die
Meditation.
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Die Meditation:
Paramhansa Yogananda definierte Meditation als "Konzentration auf
Gott". Wer
sich auf die oben beschriebenen Eigenschaften konzentriert, und diese
Konzentration über immer längere Zeiträume aufrechterhalten kann, erreicht
schliesslich den Zustand, dass er sich ihrer immer bewusst ist, und somit in
einem glückseligen Zustand lebt. Wer ist dieser Gott, auf den man
sich konzentriert? Anfangs mag dies eine äussere Gestalt sein, ein Meister
oder die göttlichen Eigenschaften. Doch: "Wenn Du dem Buddha begegnest,
musst Du den Buddha töten" heisst es im Buddhismus. Dies bedeutet, sich von
den äusseren Anhaftungen an äussere Meister und Lehrer zu lösen, und
schliesslich den Gott in sich zu finden, die göttlichen Eigenschaften von
sich selbst, seiner eigenen Seele zu spüren.
Meditation ist somit für viele Menschen der Weg zu Zufriedenheit, Freude, Liebe und innerem
Glück. Meditation bereichert das Leben, sobald man sie in seinen
Alltag integriert. Innerer Frieden, weniger Stress, bessere Konzentration, größere geistige
Klarheit, vermehrte Energie und Vitalität machen nur den Anfang aus,
denn der eigentliche Zweck der Meditation ist es, sich seiner spirituellen Essenz bewusst
zu werden.
Erreicht wird dies durch wissenschaftliche Meditationsmethoden. Wissenschaftlich kann man
diese Methoden deshalb nennen, da sie von jedem ausgeübt werden
können, und wenn man sie mit dem nötigen Ernst und Ausdauer übt, erreicht man auch das
Ziel, eine oder mehrere der göttlichen Eigenschaften wahrzunehmen; schliesslich
wird das Bewusstsein eins mit diesen göttlichen Eigenschaften. Der Weg dazu führt im
allgemeinen über die Beruhigung des Atems und als Folge davon der Gedanken.
In der Stille nimmt man die göttlichen Eigenschaften der eigenen Seele wahr, die durch den
scheinbar unaufhörlichen Gedankenfluss wie durch einen Schleier
verdeckt wurden.
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