Gesundheit

   


Die Abschaffung der Gesundheit
Systematisch erfinden Pharma-Firmen und Ärzte neue Krankkeiten. [...] Die Behandlung von Gesunden sichert das Wachstum der Medizinbranche.

(zitiert aus: Der Spiegel, 33/2003; kursive Texte sind aus dem Bericht, Fettdruck von mir).

Was Sie durch die Lektüre meiner Seiten sicherlich schon erfahren oder vertieft haben, berichtet sogar "Der Spiegel", sonst eher nicht für kritische Artikel gegenüber der Pharma-Industrie bekannt, in einem exzellenten Artikel von Jörg Blech, im Heft 33/2003: "[...] An die Stelle des verführerischen Dorfarztes [Doktor Knock in dem Dreiakter "Knock oder der Triumph der Medizin"] jedoch ist eine ungleich größere Macht getreten, den Menschen die Gesundheit auszutreiben: die moderne Medizin. Ärzteverbände und Pharma-Firmen, häufig von Patientengruppen unterstützt, predigen eingangs des neuen Jahrhunderts eine Heilkunst, die keine gesunden Menschen mehr kennt.
Um das enorme Wachstum der früheren Jahre beibehalten zu können, muss die Medizinindustrie immer häufiger auch Gesunde medizinisch traktieren. Global operierende Pharma-Konzerne und international vernetzte Ärzteverbände definieren die Gesundheit neu: Natürliche Wechselfälle des Lebens, geringfügig vom Normalen abweichende Eigenschaften oder Verhaltensweisen werden systematisch als krankhaft umgedeutet. Pharmazeutische Unternehmen sponsern die Erfindung ganzer Krankheitsbilder und schaffen ihren Produkten auf diese Weise neue Märkte. [...]
Die Ausweitung der Diagnosen in den Industriestaaten hat ein groteskes Ausmaß angenommen. Etwa 30000 verschiedene Seuchen und Syndrome, Störungen und Krankheiten wollen Ärzte beim Homo sapiens ausgemacht haben. Für jede Krankheit gibt es eine Pille - und immer häufiger für jede neue Pille auch eine neue Krankheit. Im Englischen hat das Phänomen schon einen Namen bekommen: "disease mongering" - das Handeln mit Krankheiten.
Krankheitserfinder verdienen ihr Geld an gesunden Menschen, denen sie einreden, sie wären krank. [...] Selbst die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht wird von den Ärzten wie ein körperliches Leiden behandelt.
[...] Sämtliche Umbruchphasen im Leben einer Frau sind längst in medizinische Probleme umdefiniert: Die meisten werdenden Mütter in Deutschland gelten als risikoschwanger, und die Zahl der Kaiserschnitte auf Wunsch steigt. Jedes Jahr werden rund 160000 Gebärmütter entfernt - wobei Experten zufolge mindestens 60000 dieser Eingriffe überflüssig sind. Die Tage vor der Regelblutung ("prämenstruelles Syndrom") und natürlich die Wechseljahre wurden medikalisiert: Jede vierte Frau über 40 schluckt in Deutschland Östrogenpräparate, obwohl ein Nutzen wissenschaftlich nicht erbracht werden kann.
Ist eine erfundene Krankheit erst einmal im öffentlichen Bewusstsein angekommen, zahlen Patienten und Krankenkassen wie selbstverständlich für die entsprechenden Medikamente und Therapien. Auch die aktuelle Reform des Gesundheitswesens versäumt es, mit dem Erfinden von Krankheiten aufzuräumen - einer legal abgesicherten Ausbeutung der Sozialversicherung, aber auch leichtgläubiger Selbstzahler steht nichts im Weg. [...]"


Nach dieser pauschalen Beschreibung der Zustände in unserem Gesundheitswesen, das man viel treffender als Krankheitswesen bezeichnen könnte, geht der Autor auf die konkreten Strategien ein, die unser System unbezahlbar machen.

"[...] Für das Marketing gibt die reiche Branche [der Pharma-Unternehmen] mehr Geld aus als für die Forschung. Ein Drittel der Erlöse und ein Drittel des Personals setzt Big Pharma ein, um Arzneimittel auf dem Markt zu platzieren.
Zug um Zug werden dabei Krankheiten aufgebauscht oder schlicht ausgedacht.
[...] "Wenn Sie die ganzen Statistiken zusammenzählen", so der Manager [Fred Nadjarian, Geschäftsführer der Firma Roche in Australien], "dann müsste ein jeder von uns ungefähr 20 Krankheiten haben. Viele dieser Sachen werden völlig übertrieben dargestellt."
[...] Die Verbreitung "von Problemen wird durch epidemiologisch fragwürdige Untersuchungen ins Gigantische gesteigert, um dem Betroffenen aufzuzeigen, dass er sich in 'bester Gesellschaft' befindet".
Ärzte [...] erreichen einen besseren Status, gewinnen an Einfluss und verdienen mehr Geld, wenn ein neues Territorium für die Medizin erobert wird. Professoren deutscher Universitäten steigen wie selbstverständlich als Meinungsbildner für die Pharma-Industrie in den Ring. Diese "Mietmäuler" (Branchenspott) streichen für einen Vortrag oder einen Auftritt auf einer Pressekonferenz Honorare in Höhe von 3000 bis 4000 Euro ein und machen offen Werbung für die entsprechenden Krankheiten und die dazu passenden Produkte.
[...] dass Kongresse ohne substanzielle finanzielle Unterstützung pharmazeutischer Firmen nicht mehr existieren können."
Die allermeisten Daten zur Volksgesundheit werden im Auftrag von privaten Unternehmen und Kliniken erhoben und von Public-Relations-Agenturen an die Medien geliefert. [...] Häufig genug aber geht die behauptete Verbreitung einer Krankheit nur zurück auf beliebige Schätzungen. [...]"


Mit anderen Worten: Geschicktes Marketing mit höchstem finanziellem Einsatz, bewusste Irreführung von Verbrauchern durch geschickte Nutzung rhetorischer Stilmittel, Nutzung von sogenannten Autoritäten durch korrupte Verhaltensweisen sind die Hauptstrategien. Und der Autor scheut sich auch nicht, konkrete Namen zu nennen:

"[...] Zu den Firmen, die sich den Markt selbst erfinden, gehört das Jenaer Unternehmen Biolitec.

[...] Der Handel mit Krankheiten kennt fünf Spielarten [...]
1. Normale Prozesse des Lebens werden als medizinisches Problem verkauft. [...]
2. Seltene Symptome werden als grassierende Krankheiten dargestellt. [...]
3. Persönliche und soziale Probleme werden in medizinische Probleme umgemünzt. In der Nervenheilkunde gelingt die Umwandlung der Gesunden in Kranke besonders gut, zumal "es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind" [...]
4. Risiken werden als Krankheit verkauft. Indem Normwerte für Messgrößen [...] herabgesetzt werden, wächst der Kreis der Kranken. Das Jonglieren mit Risikofaktoren wird in den nächsten Jahren eine ungekannte Beschleunigung erfahren: durch die kürzlich abgeschlossene Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Fast im Wochentakt werden inzwischen Gene entdeckt, die Krankheiten im späteren Leben auslösen oder begünstigen; darunter womöglich künftig auch "Krankheitsgene", die angeblich zu sozial unerwünschtem Verhalten beitragen. [...]
5. Leichte Symptome werden zu Vorboten schwerer Leiden aufgebauscht. [...]"


Was die Pharma-Konzerne antreibt, ist offensichtlich. Es ist derselbe "Stoff", der jedes andere Unternehmen voranbringt: Geld!

"[...] Erst mit der Verfügbarkeit einer Arznei erwachte das Interesse der Industrie an der angeblichen Krankheit [dem Reizdarmsyndrom].
[...] Das erklärte Ziel des Schulungsprogramms [von GlaxoSmithKline in Australien]: "Das Reizdarmsyndrom muss in den Köpfen der Doktoren als bedeutsamer und eigenständiger Krankheitszustand verankert werden." Auch die Patienten "müssen überzeugt werden, dass das Reizdarmsyndrom eine weit verbreitete und anerkannte medizinische Störung ist". [...]"


Den diffusesten und damit am leichtesten manipulierbaren Bereich innerhalb der Krankheitsszene hat sich ein neuer "Boom-Bereich" unter den Nagel gerissen: den Bereich psychischer Krankheiten:

"[...] Die größte Phantasie beim Ersinnen neuer Krankheiten legen zweifellos die Psychiater an den Tag. Seuchenhaft breiten sich Wahn und Irrsinn in Deutschland aus, was nicht nur den Stand der Nervenärzte und der Psychotherapeuten in Lohn und Brot hält, sondern auch pharmazeutischen Firmen glänzende Geschäftsbilanzen beschert.
[...] Finanzielle Verbindungen gerade zwischen Psychiatern und Pharma-Firmen sind in Deutschland gang und gäbe. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) beispielsweise lässt sich von Unternehmen wie Astra Zeneca, Aventis Pharma Deutschland, Lilly, Novartis Pharma und Organon "unterstützen". [...]"


Ist dies nicht alles so offensichtlich, dass es der Dümmste merken müsste? Mitnichten! Das zeigt die Anzahl derer, die auf die entsprechende Propaganda im Sinne der gemachten Nachrichten reagieren, aber auch der finanzielle Kollaps des Gesundheitssystems. Die Menschen sind berechenbar und formbar, und diese Formbarkeit ist gerade im Bereich der Gesundheit besonders offensichtlich:

"[...] "Die Methoden zur Vermarktung von Informationen haben sich bis zu dem Punkt entwickelt, an dem die Denkart der Ärzte und der Öffentlichkeit innerhalb weniger Jahre bedeutsam verändert werden kann"
[...] "Dass die Verbreitung von Störungen um das Tausendfache steigt, scheint die Ärzte und die Öffentlichkeit nicht zu überraschen."
[...] "Die Symptome sind so breit und vage, dass beinahe jeder sagen könnte: Mensch, das bin ja ich!" [...]


Schliesslich wird der Autor sehr konkret und beschreibt das Vorgehen anhand zweiter sogenannter "Volksseuchen", die selbst aufgeklärte Verbraucher mittlerweile für eine echte Bedrohung halten: einen hohen Cholesterinspiegel sowie die angebliche Osteoporose-Schwämme ...

"[...] Die "Neue Apotheken Illustrierte" bezeichnet Cholesterin als "Zeitbombe für die Gesundheit".
[...] Dabei ist die wachsartige Substanz [Cholesterin] ein lebenswichtiger Bestandteil des Körpers und wird beispielsweise vom Gehirn in großen Mengen benötigt: Das Denkorgan enthält besonders viel Cholesterin. Die meisten Körperzellen können es selbst herstellen, wenn es in der Nahrung fehlt. Zum Glück - denn ohne das so verteufelte Molekül würden die Zellen zu Grunde gehen.
[...] Getrieben vom schlechten Gewissen, ließen allein im Jahr 2001 mehr als eine Million Bundesbürger im Rahmen der "Gesundheitsinitiative" ihren Cholesterinspiegel messen. Wie nicht anders zu erwarten, lagen mehr als die Hälfte der Getesteten über dem willkürlich festgelegten Grenzwert von 200
[...] Der in den volkserzieherischen Großprogrammen erweckte Eindruck, die Cholesterintheorie sei eine gesicherte Erkenntnis der Medizin, täuscht. Viele Ärzte haben erheblichen Zweifel daran, ob das Cholesterin tatsächlich die Schurkenrolle spielt, die ihm im Drama Herzinfarkt zugewiesen wird.
[...] "Wir wären glücklich, wenn eine einzige medizinische, kontrollierte Studie vorgelegt werden könnte, die zeigen würde, dass Menschenleben durch die Senkung von Cholesterin gerettet werden. Es fällt dagegen nicht schwer, zehn Studien herauszusuchen, die zeigen, dass eine Senkung des Fettes eher sogar mit einer höheren Sterblichkeit einhergeht."
[...] "Die Gehirnwäsche der Öffentlichkeit hat so gut funktioniert, dass viele Leute glauben, je niedriger ihr Cholesterinwert sei, desto gesünder seien sie oder desto länger würden sie leben. Nichts ist weniger wahr als das."
Tatsächlich stützt sich die Behauptung vom bösen Cholesterin keineswegs auf Beweise, sondern nur auf Indizien - und von denen halten viele einer Überprüfung nicht stand.
[...] In seinem Aufsatz zeigte er [der Forscher Ancel Keys von der University of Minnesota] ein Diagramm, das eine klare Beziehung zwischen dem Verzehr von Fett und der Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheiten in sechs Ländern suggeriert.
[...] So beeindruckend die Kurve [das Diagramm von Ancel Keys] verläuft - sie hat einen gewaltigen Schönheitsfehler: Keys hatte nur Daten aus 6 Ländern berücksichtigt - obwohl Zahlen aus insgesamt 22 Staaten vorlagen. Wenn Keys "alle Länder einbezogen hätte, wäre nichts aus der schönen Kurve geworden" [...] "


Was von vielen bereits wie eine echte "Maßnahme" gegen Krankheiten dargestellt bzw. interpretiert wird, die "Diagnose", ist selbst Ursache für viele Krankheiten:

"[...] Die Diagnose sei eine der häufigsten Krankheiten, spottete schon der Wiener Satiriker Karl Kraus. [...]"

Und zum Betrug mit der Osteoporose:

"[...] Beispiel der Osteoporose: Einst wurde von einer solchen nur dann gesprochen, wenn das altersbedingte Schwinden der Knochenmasse tatsächlich zu einer Fraktur geführt hatte.
[...] deshalb [da die Zahlen - 1,2 % der über 74-jährigen nach der ursprünglichen Definition - für das Etikett "Volkskrankheit" nicht ausreichten] musste die Osteoporose völlig neu erfunden werden.
[...] Bereits "der allmähliche Abbau der Knochenmasse im Alter", so die heute gängige Definition, sei als Osteoporose anzusehen. Seither hat die Pharma-Industrie die Möglichkeit, so ein deutscher Arzt, "die Hälfte der Bevölkerung ab 40 Jahren bis ins hohe Alter mit Medikamenten zu versorgen".
[...] Das Verfahren stellt bei beinahe jedem älteren Menschen eine verringerte Knochendichte fest - eben weil der Knochenschwund genauso Folge des Alterns ist wie etwa faltige Haut.
Um trotzdem von einem pathologischen Vorgang sprechen zu können, musste die WHO willkürliche Grenzwerte festsetzen.
[...] Pharmazeutischen Unternehmen beschert die WHO-Definition Milliardenumsätze.
[...] Der Nutzen der Knochendichtemessung für beschwerdefreie Patientinnen ist nicht belegt.
[...] "Wer in der Praxis IGeLn ["individuelle Gesundheitsleistung"] will, braucht ein bisschen Gespür für die ,Kaufbereitschaft' und die richtige Situation", rät die medizinische Fachzeitschrift "MMW" ihren ärztlichen Lesern.
[...] Den Elan der Ärzte hat das nicht gebremst: Nunmehr hoffen sie, dass die älteren Menschen selbst für die nutzlose Diagnose blechen. [...]"


Es ist dem Autor zu danken, dass er sich mit markanten Aussagen an die Hauptübel dieser Branche gehalten hat; würde man jedes Detail untersuchen, so wäre ein Menschenleben wohl zuwenig ... man könnte dann sagen, dass das Studium dieser Vorgänge bereits eine Krankheit sei, jeder, der sich damit umfassend befasst hätte, sei gestorben ... (man verzeihe mir den Sarkasmus ...). Auch das Fazit des Autors ist beeindruckend:

"[...] Die Medikalisierung des Lebens hält das britische Nuffield Council on Bioethics, ein elitärer Zirkel von 15 Philosophen, Ärzten und Wissenschaftlern, für einen neuen Megatrend. Der weltweit geachtete Think-Tank warnte voriges Jahr: "Eines der Probleme liegt in der diagnostischen Ausbreitung oder der Tendenz, dass Störungen so breit definiert werden, dass mehr und mehr Individuen im Netz der Diagnose gefangen werden."
[...] Nicht nur die Gesetze des Markts fördern die Ausweitung der Medizin. Sie vollzieht sich auch deshalb so rasch, weil der Heilkunde seit Jahrzehnten kein Durchbruch gelungen ist. Wo aber Therapien gegen Geißeln wie Krebs fehlschlagen, wo lukrative Pharma-Patente ablaufen, wo wütende Forschungsanstrengungen (jeden Tag erscheinen etwa 5500 medizinische Artikel) keine Durchbrüche bringen, da wenden sich Mediziner und Pharma-Forscher den Gesunden zu.
[...] Ärzte und Konsumenten erlägen zunehmend der Vorstellung, "dass jeder irgendetwas hat, dass jeder und alles behandelt werden kann".
Da hilft alles Leugnen nicht. Denn selbst wer sich der ausufernden Gesundheitsindustrie verweigert, offenbart damit nur, dass er ein Fall für sie ist: Etwa drei Prozent der Bundesbürger, so hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde entdeckt, gehen nur deshalb nicht zum Doktor, weil sie krank sind: Sie leiden unter der "Blut-, Verletzungs-, Arzt- oder Zahnarztphobie"."


Das letzte Zitat freilich offenbart sich als das ärztliche bzw. pharmakologische Totschlagargument! Wer nichts hat, hat eine Angst vor Krankheit!

Abschließend möchte ich noch einige Worte zu Themen verlieren, die der Autor - aus welchen Gründen auch immer - nicht angesprochen hat:

  1. Der "Schönheitsfehler" bei der Manipulation der Statistiken im Bereich der Cholesterinforschung ist sehr positiv formuliert. Treffender wäre das Wort der Fälschung.

  2. Das Zitat "[...] eben weil der Knochenschwund genauso Folge des Alterns ist wie etwa faltige Haut." kann ich nicht unkommentiert stehen lassen. Knochenschwund ist eine heute übliche Folge des Alterns; ob dies bei einer bewegungsreichen, strahlungs- und chemiearmen Umwelt und eine gesunden Ernährungsweise ebenso der Fall wäre, darf bezweifelt werden!

  3. Wie erwähnt, wird Cholesterin besonders vom Gehirn in grossen Mengen benötigt! Wenn wir demnach die Auswirkungen einer Cholesterindiät betrachten, so führt dies zu einer Unterversorgung - und damit wohl auch Unterfunktion (!?!) - des Gehirns. Bekommen dadurch nicht die kurz danach erwähnten "volkserzieherischen Großprogramme" noch mehr Sinn? Eine verminderte Gehirnfunktion dürfte sich auch dergestalt äußern, dass eher manipulative Impulse von Außen akzeptiert werden?!?
    Hier kann ich es mir nicht verkneifen, sehr sarkastisch zu werden - und äußere mich ausnahmsweise - einen Tag nach der Landtagswahl 2003 in Bayern - auch politisch: Wird nicht gerade diese verminderte Gehirnfunktion offensichtlich in einem Wahlergebnis, das wiederum diejenigen Parteien in den bayerischen Landtag befördert, die - ob rot, grün oder schwarz - in den letzten 40 Jahren ausreichend bewiesen haben, dass sie zumindest eines nicht im Sinn haben: die Interessen der Wähler zu vertreten? Als rühmliche Ausnahmen seien hier die ÖDP erwähnt, die Firmenspenden lt. Parteiprogramm ablehnt, sowie die relativ junge "Partei Aufbruch", die sich ganz konkret mit den Mißständen in unserem Gesundheitssystem befasst.

  4. Was der Autor nicht erwähnt: Alle diese Informationen über zunehmende Volkskrankheiten haben einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf die Psyche der Menschen, und produzieren somit Ängste und schließlich reale psychische Probleme. Wer um die Wirkung des Geistes auf den Körper und die Realität weiß, kann ermessen, welche verheerenden Wirkungen in der Köpfen der Menschen durch die Propaganda im Gesundheitswesen verursacht wird.

  5. Vielleicht sind Sie überrascht, von mir zu hören, dass ich einem Zitat sogar zustimme; es handelt sich um den Satz Ärzte und Konsumenten erlägen zunehmend der Vorstellung, "dass jeder irgendetwas hat, dass jeder und alles behandelt werden kann."
    Ja, ich weiss, dass tatsächlich jeder irgendetwas hat, und alle diese Dinge können tatsächlich behandelt werden!
    Aber was genau hat denn tatsächlich jeder? Wer in unserer Gesellschaft lebt, weiss, dass jeder ständigen Manipulationen, Einschränkungen seiner Freiheit, technischen und chemischen Umwelteinflüssen, Streß, Lärm, psychischem Druck usw. ausgesetzt ist. (Noch dazu wird uns vorgegaukelt, der Mensch wäre eine zu reparierende Maschine, statt dass wir erkennen, dass wir ein unsterbliches Wesen sind, das zeitweise einen Körper hat).
    Die Folgen dieser lebensfeindlichen Situation sind in dem Buch Zugehörigkeit: Der verpaßte Augenblick - ist er nachholbar? bereits ausführlich beschrieben.
    Und damit wird auch die Behandlung klar: Pillen und Mittelchen müssen die absoluten Ausnahmefälle bleiben, gefragt sind fundierte psychologische Therapien. Somit ist die Ursache im Blickfeld der Behandlung, nicht das Symptom.



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