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Bücher zum Thema "Therapie + Gesundheit" - Übersicht:
Auf den Spuren der Angst - Panikattacken und Phobien natürlich behandeln
Die neue Medizin der Emotionen - Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente
Heilung ist möglich
Im Internet der Seelen - Entdeckungsreisen durch die menschliche Psyche
Prognose Hoffnung - Liebe, Medizin und Wunder
Samuel Hahnemann - Die Entdeckung der Homöopathie
"unheilbar" Und doch wieder gesund
Wasser und Salz - Urquell des Lebens (CD-Vortrag)
Zugehörigkeit: Der verpaßte Augenblick - ist er nachholbar?
Auf den Spuren der Angst - Panikattacken
und Phobien natürlich behandeln,
Gabriele Feyerer: Jeden Tag sind unsere Arztpraxen voll. Dabei ist jedem von uns
bewusst, dass 60 Prozent der Leute in den Praxen, 40 bis 60 Prozent die unter
Narkose in den Operationssälen liegen, keine Rezepte und keine Operationen
bräuchten, sondern einfach einen Menschen. Die brauchen kein Valium, sondern
Valeur, Werte. Sie brauchen kein Librium, sondern Libertatem, Freiheit. Mit
diesem Paukenschlag, einem Zitat von Dr. Walter Lechler, Begründer der psychosomatischen
Klinik Bad Herrenalb, beginnt die Autorin ihr meist sehr kritisches Buch zum Thema
der Angststörungen. Ihre Schlussfolgerung, die wohl jeder vernünftige denkende Mensch
unterstreichen kann (S. 27): Depressionen ebenso wie
Angsterkrankungen (ja sogar Psychosen) sprechen günstig auf Ernährungstherapie,
Allergiebehandlung, Fastenkuren und viele andre Naturheilmethoden an. [...]
Psychopharmaka können im Einzelfall für begrenzte Zeit notwendig werden, stellen aber
keine effektive Therapie dar. Sie stellt sich damit gegen die Schulmedizin,
deren Regenschirmlogik sie auf Seite 30 erläutert: [...] denn es ist im Grunde
unmöglich, von der Wirksamkeit eines Medikamentes [...] auf einen Defekt im Gehirn
zu schließen. Es entspricht aber der schulmedizinischen "Regenschirmlogik". Diese
schließt aus dem Vorhandensein von Regenschirmen auf baldigen Regen und hält es
überdies für möglich, durch das Herbeischaffen von Regenschirmen Regen zu erzeugen.
Noch eine bestechende Analyse der Schulmedizin findet sich etwas weiter (S. 40), wo
sie einen Mediziner zitiert:
"Aspirin hilft gegen Kopfschmerzen. Was noch lange nicht heißt, das wäre eine
effektive Therapie, denn Kopfschmerzen sind keine Aspirin-Mangel-Krankheit."
Auch Depressionen und Ängste sind nicht einfach nur das Ergebnis eines Mangels an
chemischen Botenstoffen.
Kein Wunder, dass sie einen bunten Strauß an Lösungsmöglichkeiten anbietet, denn jeder
Mensch ist anders: Mit der Paradoxen Intervention, Phytotherapie / Pflanzenheilkunde,
Homöopathie, Biochemie nach Dr. Schüssler, Ayurveda, Chinesische Naturheilkunde (TCM),
Akupressur, Tibetische Medizin, Hydrotherapie - Die Heilkraft des Wassers,
Hildegardmedizin, Apitherapie / Bienenprodukte, Aromatherapie, Bachblüten,
Lithotherapie / Edelsteinmedizin, Aura-Soma und Farbtherapien, Heilende Schwingungen,
Atmen - Entspannen - Bewegen, Musik und Tanztherapie, Visualtherapie - die Heilkraft
innerer Bilder, Feng Shui, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Aminosäuren,
Biologische Nährstoffergänzungen fehlt kaum etwas, was auf den menschlichen Körper
und damit indirekt auf die Psyche wirkt.
Eines verblüfft allerdings: Im Bereich Psychotherapie scheint für sie der Lauf der
Evolution mit Freud´s Psychoanalyse und der weitgehend symptomorientierten
Verhaltenstherapie ein Ende gefunden zu haben. So finden sich auch kaum Aussagen
über die leicht verständlichen Mechanismen, die überhaupt zu einer Angststörung
beitragen; wäre dies nicht ein Muss in einem solchen Buch? Ihre Therapievorschläge
mögen vielen helfen, doch auch hier gilt vielleicht - ähnlich dem obigen Zitat zum
Thema "Aspirin": XY hilft vielleicht gegen Panikattacken und Phobien. Was noch lange
nicht heißt, das wäre eine effektive Therapie, denn Panikattacken und Phobien sind
keine XY-Mangel-Krankheit. Ihre eigenen negativen Erfahrungen,
so kann man vermuten, treiben sie zu einer gewagten Aussage, die man kaum unwidersprochen
stehen lassen kann (S. 41): Abgesehen von der klinischen, d.h. seriösen
Psychotherapie gibt es eine Flut zum Teil abenteuerlicher Methoden der
Bewusstseinsfindung, welche von diversen "LehrerInnen" und BeraterInnen in einem
esoterisch geprägten Umfeld angeboten und oft mit oberflächlichen psychologischen
Effekten kombiniert werden. Wer die klinische Psychotherapie die einzig
"seriöse" nennt, der müsste auch einen Daimler des Jahres 1910 das einzig
ernstzunehmende Fahrzeug nennen, und alle anderen, modernen Fahrzeuge mit all ihrer
Sicherheitstechnik, Leistung und Effizienz als "esoterisch" bezeichnen. Was sie hier
geritten hat, ist kaum zu entschlüsseln; auf Seite 169 finden sich weitere Hinweise,
die nur vermuten lassen, dass sie hier ihre eigenen Ängste (vielleicht findet sich hier
der Grund für ihre Angststörung) in einen Bereich hineinprojiziert, der ihr wohl
ebenso fremd ist wie ein Leben ohne Angst.
Schade eigentlich, denn für mich zieht sich ein wesentlicher Hinweis durch das Buch,
ein einziges Wort, das für viele die Erlösung bedeuten könnte: "Akzeptieren". Dies
ist ihr auf zahlreichen Seiten wiederholter Rat. Leider erklärt sie nicht, wie dieses
"akzeptieren" vor sich geht bzw. gehen soll - hätte sie bei manchem
"esoterischen"
Bewusstseinsarbeiter ;-)),
den sie andernorts verurteilt, mit vorurteilsfreiem Geist nachgelesen, so wüsste sie,
dass dieser gelassene Geisteszustand keine Sache von Wochen und Monaten sein muss,
sondern - zumindest in Bezug auf ein klar umrissenes Thema - innerhalb von kurzer Zeit
eintrainiert werden kann.
Aber genau aus diesem Verhalten der Autorin kann der geneigte Leser wieder einiges lernen:
Die Angst vor einer Veränderung ist für viele Menschen eine der größten Ängste im
Leben - und auch eine Besserung ist eine Veränderung. Vielleicht ist es diese Angst,
die sie davor zurückschrecken lässt, etwas zu unternehmen, das ihre Lage drastisch
verbessern könnte? Hier kann ich nur spekulieren...
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Die neue Medizin der Emotionen - Stress, Angst, Depression: Gesund
werden ohne Medikamente, Dr. David Sevan-Schreiber: Mit einem Paukenschlag
beginnt der Arzt und Psychiater dieses Buch, wenn er am Ende der Einleitung schreibt
(S. 10): Nachdem ich zwanzig Jahre damit verbracht habe, Medizin zu studieren
und zu praktizieren, vor allem in großen Universitätskliniken der westlichen Welt, aber
auch bei tibetischen Ärzten und indianischen Schamanen, habe ich einige wesentliche
Einsichten gewonnen, die sich sowohl für meine Patienten wie auch für mich als hilfreich
erwiesen haben. Zu meiner großen Überraschung waren es nicht die Methoden, die man mir
an der Universität beigebracht hat: Es handelte sich weder um Medikamente noch um
Psychoanalyse. Der Wissenschaftler und Forscher Sevan-Schreiber fühlt sich durch
die Vorgehensweise im medizinischen Sektor mehr als irritiert (S. 11): Die Ärzte,
bei denen ich mein Metier erlernen sollte, schienen mir in ihrem Vorgehen zu ungenau,
zu empirisch. [...] Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, nur Routineverfahren zu
lernen und wie man Rezepte ausstellt [...] Meiner Ansicht nach war dies alles weit vom
Geist des ständigen Hinterfragens und der mathematischen Genauigkeit entfernt, der mir
mittlerweile vertraut war. Die Erfahrungen des Autors in Dharamsala, wo tibetische
Ärzte arbeiten, stellt der Schulmedizin ein bestürzendes Zeugnis aus (S. 12 - 14):
[...] hatten sie offensichtlich bei einer ganzen Reihe chronischen Krankheiten
genauso viel Erfolg wie die abendländische Medizin. Zwei gewichtige Unterschiede gab
es allerdings: Die Behandlungen hatten weniger Nebenwirkungen und kamen weit billiger.
[...] Zum ersten Mal begann ich mich zu fragen, warum man mir in meiner Studienzeit
diese Verachtung der traditionellen Medizin eingebläut hatte. Gründete dies auf
Tatsachen - wie ich immer geglaubt habe - oder auf Ignoranz? [...] Doch bei der
Behandlung chronischer Krankheiten, einschließlich Angstzuständen und Depressionen,
ist sie [Anm.: "sie" bezeichnet hier die westliche Medizin] alles andere als
vorbildlich. [...] lernte ich, zahlreichen anderen Behandlungsmethoden aufgeschlossener
gegenüberzustehen, und zu meiner großen Überraschung erwiesen sie sich nicht nur als
naturgemäßer und sanfter, sondern oft auch als wirksamer.
Diese sanfte Ausdrucksweise der Tatsache, dass die westliche Medizin bei chronischen
Krankheiten und schweren psychischen Problemen praktisch ratlos ist, zeigt, dass
der Autor trotz seiner überzeugenden Erfahrungen mit anderen Arten von Medizin leider
ein wenig in seinem engen Weltbild hängen geblieben ist. Denn wäre er wirklich darüber
hinaus gegangen, so fehlt mir hier eine wichtige Forderung: Dass der Erforschung
alternativen Theorien und Methoden (z.B. hocheffektiver
Coaching-Verfahren) genügend
Geld zur Verfügung gestellt wird. Bis heute hält leider die Schulmedizin an uralten
Theorien fest - mit umso mehr Dogmatismus, je überholter sie sind (siehe
Heilpraktiker für Psychotherapie).
Dabei hat bereits Freud seine eigenen, bis heute gültigen Lehrsätze weit weniger
unkritisch betrachtet, wie Dr. Wortis, den Freud analysierte, von einem Besuch
Freud´s in Wien berichtet (S. 33): "Geben Sie sich nicht damit zufrieden, sich die
heutige Ausformulierung der Psychoanalyse anzueigenen. Die ist bereits überholt. Ihre
Generation wird erleben, dass sich eine Synthese zwischen Psychologie und Biologie
herstellt. Das ist es, worauf Sie sich konzentrieren sollten." Während die ganze
Welt allmählich seine Theorien und seine "Redekur" entdeckte suchte Freud, immer ein
Pionier, schon ganz woanders...
Der Autor konzentriert sich in diesem Werk auf alternative Behandlungsmethoden für
die Erkrankungen, die in unglaublichem Maße zunehmen: Stress, Angst und Depression.
Die Standardantwort der westlichen Medizin dafür sind Psychopharmaka. Doch die
Bilanz ist ernüchternd (S. 17): Peter Kramer spricht in seinem Bestseller "Glück auf Rezept"
eher von einer Umwandlung der Persönlichkeit als von einer Linderung der Symptome,
und der Autor gibt zu, dass psychiatrische Medikamente nicht mehr wirken, sobald man
die Behandlung damit abbricht. Kein Wunder, denn es wurden keine Änderungen im
Bewusstsein der Menschen bewirkt! So gilt für Psychopharmaka das Gesetz der Unterdrückung
der Gefühle, aber nicht der Heilung. Diese Unterdrückung beschreibt der Autor mit
den entlarvenden Worten (S. 25): keine Gefühle, kein Leben. Diese Gleichsetzung
von Gefühlen mit Leben ist ein grundlegendes Gesetz, denn nur das Gefühl macht uns
fähig, zu leben. Stellen Sie sich vor, sie würden nichts fühlen - wie würden Sie
entscheiden, was wichtig wäre und was nicht? Dem rein logisch-rationalen Verstand
ist alles gleich wichtig, und nur das Gefühl entscheidet über unsere Werte und
Prioritäten!
Vielleicht ist es nicht verwunderlich, mit welcher Herzlosigkeit mancher Medizin
seinem Patienten vermeintliche Todesurteil-Diagnosen mitteilt, wenn man auf Seite 29
nachliest: Bei Erwachsenen ist eine solche Unfähigkeit, klar zwischen verschiedenen
Gefühlszuständen zu unterscheiden, gar nicht so selten. Ich habe sie bei einigen
Assistenzärzten in meinem Krankenhaus in den USA festgestellt. Der Autor erzählt
auf Seite 44 von einem beeindruckenden Beispiel: Bei einem Buchhalter mit einem
überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten von 130 wurde im Rahmen einer
Gehirnoperation der Denk- und Wahrnehmungsapparat von seinem emotionalen Gehirn
"abgekoppelt". Die Folge: Für ihn ergab nichts mehr einen "Sinn". Von einem Tag zum
nächsten fehlte ihm die Fähigkeit, auch nur die banalste Entscheidung zu fällen.
Es ist kein Wunder, dass sein ganzes Leben in die Brüche ging...
Mit diesem Wissen im Hintergrund sind mir die meisten der Methoden, die der Autor
vorstellt, zu mechanisch, es wird zu wenig im Bereich des Bewusstseins des Betroffenen
gearbeitet:
(Herz-)Kohärenz: Durch gezielte Entspannungsmethoden, Yoga,
Atemübungen und die Konzentration auf das Herz und auf positive Gefühle wird
Herzkohärenz erreicht, gleichmäßige Pulsveränderungen, im Gegensatz zu chaotischen
Pulsveränderungen bei Angst- und Stresszuständen. Die Kontrolle des Herzens wirkt
wieder zurück auf die Gefühle.
EMDR: Mit dieser therapeutischen Technik stellt der
Autor die einzige Methode vor, die gezielt mit der Bewusstmachung der Gründe von
Traumata und damit der Ursache von Angst und Depressionen arbeitet. EMDR ist derzeit
vielleicht die am besten wissenschaftlich fundierte Psychotherapie-Methode.
Was unter alternativ denkenden Menschen heute Allgemeingut ist, erwähnt der Autor
als revolutionäre Erkenntnis zum Thema EMDR (S. 121): Gegen Ende des 19. Jahrhunderts
stellten Pierre Janet und dann Sigmund Freud die kühne Hypothese auf, dass ein großer
Teil der psychischen Störungen, die man jeden Tag in den Sprechzimmern der Ärzte
beobachten kann - Depression, Angst, Magersucht, Bulimie, Alkohol- und Drogenmissbrauch -,
ihren Ursprung in traumatischen Ereignissen hat.
Lichttherapie: Die Simulation der Morgendämmerung mit
Hilfe eines zeitgesteuerten Dimmers ermöglicht es, seine Träume, die meist gegen Morgen
geträumt werden, zu Ende zu bringen. Da Träume ein wesentlicher Bestandteil der
Verarbeitung von Alltagserlebnissen und Traumata sind, stärkt dies nicht nur die
psychische Stabilität.
Akupunktur: Die Akupunktur mit ihrem Konzept des
Energieflusses im Körper (des Chi), verschiedener Persönlichkeitstypen (Yin- und
Yang-Typen) und manch anderer der westlichen Medizin unbekannter Weltbilder hat
erstaunliche Erfolge bei den verschiedensten Krankheiten und Symptomen vorzuweisen -
unter anderem auch bei Angst- und Stresserscheinungen.
Ernährung: Omega-3-Fettsäuren, die der Autor als das
"Schmieröl des Gehirns" bezeichnet, hat immer wieder eine Wirkung auf depressive
Patienten gehabt. Folgende Nahrungsmittel helfen, sich ausreichend damit zu
ernähren: Makrelen, Hering, Thunfisch, Anchovis, Lachs, Sardinen, Leinsamenkörner,
Leinöl, Rapsöl, Walnüsse, Portulak, Spinat, Meeresalgen, Spiruline und Brunnenkresse.
Merkwürdigerweise untersucht der Autor keine anderen Ernährungsweisen, wie z.B. die
vegane, vegetarische oder Rohkosternährung. Ich wäre gespannt, was das Ergebnis einer
solchen Untersuchung wäre...
Sport: Kehrt der Mensch zu einer der natürlichsten
Verhaltensweisen zurück, der Betätigung seines Körpers, so resultiert daraus, wie
der Autor erwähnt, eine Verbesserung der psychischen Stabilität, die besser ist als
"die modernsten, effektivsten Medikamente".
Liebevolle Beziehungen: Liebe ist Lebensnotwendig. Diese
Binsenweisheit lässt sich auch wissenschaftlich begründen (S. 207): Das System
der Körperfunktionen ist bei den sozialen Säugetieren nicht autonom. In jedem
Augenblick hängt die optimale Regulation von unseren Beziehungen zu anderen ab,
vor allem zu den Menschen, die uns emotional nahe stehen. [...] "Die [affektive]
Beziehung ist ein ebenso reales und ebenso wichtiges Konzept wie jedes Medikament
und jede chirurgische Intervention.
Aber ganz offensichtlich setzt sich dieser Gedanke nur zögernd durch, obwohl die
Zusammenhänge wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind. Vielleicht hängt es damit
zusammen, dass man damit keine Medikamente verkaufen kann.
Eine der besten Möglichkeiten zu guten und liebevollen Beziehungen, aber auch
grundsätzlich, um Depressionen zu heilen, besteht darin, dass Menschen anderen
Menschen helfen und damit ihr eigenes Selbstwertgefühl steigern (siehe auch meinen
Newsletter Die
Bedeutung von Hilfe / des Helfens) - der Autor beschreibt dies auf S. 212:
Sie konnten etwas geben und sich dadurch menschlich fühlen. Sie spürten, dass sie
für ein Lebewesen wichtig waren. Und das zählt mehr als Hunger, mehr als Angst.
Was er hier beschreibt ist die Wirkung eines Haustiers, das eben auch auf die Hilfe
seines Herrchens angewiesen ist.
Am Ende des Buches (S. 261) findet sich noch eine erstaunlich
kritische Betrachtung unseres Gesundheitssystems, die erwähnt werden sollte:
In den 1940er Jahren hat die Entdeckung der Antibiotika die Medizin revolutioniert.
Erstmals konnte man Krankheiten, die bis dahin tödlich gewesen waren, mit einer
speziellen Behandlung besiegen. Lungenentzündung, Syphilis, Wundbrand wichen vor
einfachen Medikamenten zurück. Die Medikamente waren so wirksam, dass alles, was zur
Ausübung der Heilkunst gehörte - die Beziehung zwischen Arzt und Patient, die
Ernährung, die Einstellung des Patienten - auf einmal in Frage gestellt wurde:
Wenn der Kranke nur seine Pillen nahm, heilten allein sie ihn, ohne dass der Arzt
mit ihm sprach und auch wenn er, der Patient, seiner Behandlung gegenüber vollkommen
passiv und gleichgültig blieb. Aus diesem großartigen Erfolg entstand in der
westlichen Welt eine vollkommen neue Art und Weise, Medizin zu praktizieren: Man sah
nur noch die Krankheit, nicht mehr die Geschichte des Kranken, sein Umfeld, seine
innere vitale Stärke und seine Selbstheilungskräfte. Dieser rein mechanische Zugang
zum Kranken und zur Krankheit erfasste nach und nach alle Bereiche der Medizin,
nicht nur die Behandlung von Infektionskrankheiten. Heute besteht die Ausbildung
der Ärzte fast ausschließlich darin, dass sie lernen, eine bestimmte Krankheit zu
diagnostizieren und ihr eine bestimmte Behandlung zuzuordnen.
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